SuizidPrävention - Kanton Zürich

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Suizidprävention für Risikogruppen

Wer ist besonders suizidgefährdet? Welche präventiven Massnahmen sind für diese Gruppen geeignet? Mit diesen Fragestellungen befasst sich das Projekt Risikogruppen.

Ausgangslage 2015

Die Suizidforschung zeigt, dass bestimmte Gruppen eine besondere Suizidgefährdung aufweisen. Zielgruppenspezifische Präventionsmassnahmen können mithelfen, das Suizidrisiko in diesen Risikogruppen zu senken.

Ziel

Zielgruppenspezifische suizidpräventive Massnahmen werden erarbeitet und umgesetzt. Dadurch soll die Anzahl der Suizide von Risikogruppen gesenkt werden.  

Vorgehen/Massnahmen

Im Rahmen des Projektes wurden Hinterbliebene nach einem Suizid, Erwerbslose, LGBT* (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender), Menschen nach einem Suizidversuch und ältere Menschen als prioritäre Risikogruppen identifiziert.

Hinterbliebene

Für die Hinterbliebenen wurden drei Massnahmen erarbeitet und durchgeführt:
1. Erstellung eines Infoflyers, der routinemässig durch die Kantonspolizei an die Hinterbliebenen verteilt wird. Darin finden sich Notfallnummern und weitere Ansprechpersonen.
2. Nochmalige Kontaktaufnahme mit den Hinterbliebenen durch die Kantonspolizei einige Wochen nach dem Suizid, um auf das Unterstützungsangebot des Trauerbegleiters aufmerksam zu machen. Der Trauerbegleiter bietet neben der telefonischen Beratung auch Treffen an.
3. Vernetzung von Hinterbliebenen und Erarbeitung eines Leitfadens für Selbsthilfegruppen zum Thema Hinterbliebene.

LGBT

In den Bezirken fanden interdisziplinäre Vernetzungstreffen zur Suizidprävention für im Jugendbereich tätige Fachleute und Organisationen statt. Zudem wurden verschiedene Fortbildungen für im Jugendbereich Tätige durchgeführt. Dabei wurde das Thema «Suizidprävention bei LGBT» aufgenommen um diese wichtigen Multiplikatorengruppen für die Thematik zu sensibilisieren.

Menschen nach einem Suizidversuch

Aus dem Projekt Nachsorge nach Psychiatrieaufenthalt ging die Empfehlung zur Einführung des Kurztherapieangebots ASSIP (Attempted Suicide Short Intervention Program) für Menschen nach einem Suizidversuch hervor. Das Angebot ASSIP wird aufgrund dieser Empfehlungen nun in vier Kliniken angeboten (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Universitätsspital Zürich, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Clienia Schlössli und Sanatorium Kilchberg).

Ältere Menschen

Mit Fachpersonen aus dem Bereich Alter wurde eine Bestandsaufnahme von Massnahmen vorgenommen und geeignete ausgewählt. Diese werden ab 2019 in Abstimmung mit dem kantonalen Aktionsprogramm «Prävention und Gesundheitsförderung im Alter» umgesetzt.

Erwerbslose

Für Erwerbslose wurde eine Bedarfsanalyse erstellt und Fortbildungen für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen durchgeführt.

Bei Fragen zum Projekt

Martina Blaser
Koordinatorin Suizidprävention Kanton Zürich
martina.blaser(at)uzh.ch, 044 634 46 58

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Massnahmenbereiche

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