SuizidPrävention - Kanton Zürich

Notfall Tel. 143 Mehr
Freunde reden auf Wiese

Warum ein Schwerpunktprogramm Suizidprävention?

Suizidversuche und Suizide sind immer Ausdruck tiefer menschlicher Verzweiflung. Die allermeisten Menschen, die sich das Leben nehmen oder es versuchen, wollen nicht sterben, sondern ihr Leiden beenden. In der akuten Krise sehen sie keinen anderen Ausweg mehr als Suizid, denn ihr unerträglicher Leidensdruck und ihre seelischen Schmerzen schränken ihr Urteils- und Handlungsvermögen ein. Mehr über die Ursachen von Suizid

Menschen, die sich das Leben nehmen, lassen immer auch Angehörige und Freunde zurück, die teilweise ihr Leben lang mit dem Verlust kämpfen und selbst in eine tiefe Krise stürzen. So haben Hinterbliebene ein erhöhtes Risiko, selbst Suizid zu begehen. Suizide belasten aber auch direkt betroffene Berufsgruppen, z.B. bei der Polizei, den Rettungskräften oder dem Bahnpersonal.

Das Recht auf Hilfe in Notlagen und das Recht auf Selbstbestimmung

In der Schweiz hat jeder Bürger, jede Bürgerin das Recht auf Hilfe in Notlagen. Diese Hilfe will und muss der Kanton Zürich auch Menschen in suizidalen Krisen zukommen lassen. Suizide sind eine Art psychischer Unfall. Genau wie zum Beispiel Unfälle im Strassenverkehr, lassen sich auch psychische Unfälle mit geeigneten Massnahmen reduzieren. Die Massnahmen richten sich an jene Menschen, die mit entsprechender Hilfe ihre suizidale Krise überwinden können. Mit dem Schwerpunktprogramm Suizidprävention werden bereits bestehende Präventionsmassnahmen optimiert und, wo nötig, neue geschaffen. Selbstverständlich gilt aber das Recht auf Selbstbestimmung. Das Schwerpunktprogramm zielt nicht darauf ab, die organisierte Sterbehilfe zu beschneiden.

Suizidprävention wirkt

Es gibt eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen die zeigen, dass mit geeigneten Massnahmen die Zahl der Suizidversuche und vollzogenen Suizide reduziert werden kann. 

Suizidprävention lohnt sich

Zwar sind die Suizidzahlen schweizweit und auch im Kanton Zürich rückläufig, aber Suizide führen in der Schweiz jährlich immer noch zu mehr Todesfällen als der Strassenverkehr, Aids und Drogen zusammen. Im Kanton Zürich nahmen sich in den Jahren 2001 bis 2010 im Durchschnitt pro Jahr um die 200 Personen das Leben. Die Zahlen für die Jahre 2009 bis 2011 liegen bei rund 180 Suiziden pro Jahr (diese Zahlen schliessen die assistierten Suizide nicht mit ein). Mehr zu den Zahlen

Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Freunde ziehen Suizide und Suizidversuche aus gesellschaftlicher Sicht hohe Kosten nach sich. Es sind dies direkte Kosten (etwa für die Psychiatrie, den Einsatz der Rettungskräfte, Polizei, Justiz und Gerichtsmedizin), indirekte Kosten durch vorzeitig verlorene Lebensjahre oder Invalidität und immaterielle Kosten (z.B. Leiden und Folgeerkrankungen von Angehörigen), wobei letztere schwierig zu beziffern sind. Das BAG schätzte im Jahr 2005 die direkten und indirekten Kosten pro Suizid in der Schweiz auf 586'400 bis 956'400 Franken. Ausländische Studien kommen auf noch höhere Beträge. Neben der Verminderung von persönlicher Not und Leid ist Suizidprävention also auch im Hinblick auf die finanziellen Auswirkungen ein lohnendes Unterfangen.  

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