SuizidPrävention - Kanton Zürich

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Was hilft?

Etwas vereinfacht gesagt, kann man den überwiegenden Teil aller Suizide als psychische Unfälle auffassen. Wie bei der Unfallprävention gibt es auch zur Verhinderung von Suiziden wirksame Ansätze.

 

Fünf Handlungsfelder der Suizidprävention

  • Hilfe in Krisen: Bereitstellen und Bekanntmachen von niederschwelligen Hilfsangeboten für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld.
  • Einschränkung der Suizidmethoden: Einschränken der Verfügbarkeit von Suizidmitteln (Methodenrestriktion), z.B. Rückrufaktion für Waffen.
  • Zielgruppenspezifische Präventionsmassnahmen: Gezielte Angebote, beispielsweise für Risikogruppen oder für Personen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit mit Menschen in suizidalen Krisen in Berührung kommen (medizinische Berufe, Lehrpersonen, Sanität, Polizei, Medienschaffende, ...).
  • Information und Kommunikation: Wissensvermittlung und Massnahmen zur Enttabuisierung und Sensibilisierung. Datensammlung und Monitoring.
  • Koordination und Vernetzung: Abstimmung der einzelnen Präventionsmassnahmen. Evaluation und Weiterentwicklung.

 

Beispiel 1:  Einschränkung der Suizidmethoden

Die Forschung hat gezeigt, dass der erschwerte Zugang zu einer bestimmten Suizidmethode Leben rettet. Wenn eine Suizidmethode nicht sofort oder nicht einfach verfügbar ist, verschafft das der suizidgefährdeten Person zusätzliche Zeit. Der drängende Impuls zum Suizid lässt im gewonnenen Zeitfenster vielfach nach. Deshalb gilt die Zugangserschwerung zu Suizidmethoden (Methodenrestriktion) als eines der wirksamsten Mittel der Suizidprävention.

Einige Beispiele:

Verschärfung von Waffengesetzen: In Ländern wie Kanada, Grossbritannien und Österreich hat die Verschärfung der Waffengesetze dazu geführt, dass die Suizide mit Schusswaffen markant abgenommen haben (ca. 40-60%) ohne dass Suizide mit anderen Methoden zugenommen haben.

Verkleinerung des Waffenbestandes: Durch die Armeereform XXI in den Jahren 2003/ 2004 wurde der Armeebestand (Soldaten) auf etwa die Hälfe verkleinert, was auch zu einer Reduktion der Anzahl Waffen in Schweizer Haushalten führte. In der Folge konnte ein markanter Rückgang in den Suizidzahlen durch Waffen in der betroffenen Altersgruppe (Männer zwischen 18 und 43 Jahren) festgestellt werden. Nach der Armeereform starben jährlich rund 30 Männer weniger durch Waffensuizide.

Die Entgiftung von Haushaltsgas: Um 1960 wurde das Haushaltgas entgiftet. In verschiedenen Ländern, so auch in der Schweiz, konnte danach ein Rückgang der Suizide durch Gasvergiftungen festgestellt werden.

Installation von Sicherungsnetzen / Gittern: Die Sicherung der Münsterplattform in Bern durch Netze hat dazu geführt, dass seither von dieser Plattform keine Person mehr in den Tod gesprungen ist.

Es ist nicht auszuschliessen, dass einige Suizidgefährdete zu einer anderen Methode wechseln. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten jedoch zeigen, dass durch Methodenrestriktion ein Teil der Suizide verhindert werden kann.

 

Beispiel 2: Hilfsangebote  

Die Suizidrate ist in der Schweiz in den vergangenen 30 Jahren um 25–30 Prozent gesunken. Die oben beschriebenen Erfolge in der Methodeneinschränkung alleine können diesen Rückgang nicht erklären. Man vermutet, dass der Rückgang auch damit zusammenhängt, dass psychische Erkrankungen heute eher erkannt und behandelt werden (ein Indiz dafür ist beispielsweise die Zunahme der Verschreibung von Medikamenten gegen Depressionen). Auch wenn sich die Situation in den letzten 30 Jahren verbessert hat, so sind psychische Erkrankungen noch immer tabuisiert. Dies führt dazu, dass psychische Erkrankungen auch heute noch zu wenig häufig erkannt und behandelt werden. 

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